Wenn der Herbst noch mild ist, die Tage dennoch kürzer werden, versucht der Mensch der Dunkelheit zu trotzen. Licht wird Lebenselixier. Nach den vielen langen, hellen Sommerabenden beginnt der Kampf um Sonnenstrahlen. Vor dem nahen Winter gilt es noch einmal die Farbenpracht der Natur zu erleben. Denn, wenn es dunkel wird, erlebt der Sauerlandpark Hemer vom 12. bis 28. Oktober zum neunten Mal ganz besondere Lichtspiele rund um den Jübergturm – den Stadtwerke Hemer – Lichtgarten 2018.

In diesem Jahr steht die Veranstaltung erstmals unter einem ganz besonderen Motto: ´Von Märchen, Mythen und fabelhaften Wesen`. Sie werden von den Illuminationsexperten Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif in Hemer inszeniert. Tausende LED-Leuchten, kleine und große Scheinwerfer, Projektionen, Lichtschläuche und Strahler werden Bäume, Sträucher, Blumen, Gebäude und extra geschaffene Kunstwerke in buntem Lichtschein erblühen lassen.

´Spezies` haben die beiden die in Bäumen hängenden metergroßen leuchtenden Kugeln mit Hörnern genannt. Oder sind es vielleicht Stacheln? Ist es vielleicht ein Seeigel oder ein Bakterium? „Das liegt ganz im Auge des Betrachters, was er in diesen Lichtkunstwerken sieht“,  sagen die beiden Macher des Hemeraner Lichtgartens. Die Parklandschaft wird durch den tausendfachen Lichterschein zur geheimnisvollen Kulisse. Darin thronen auch acht kleine Märchenhäuser in luftiger Höhe. Das Besondere: Aus jedem Licht-Häuschen ist ein Teil des Märchens von den ´Drei kleinen Schweinchen` zu hören. Dazu bevölkern leuchtende Strichmännchen den Park. Ein vorwitziger roter Leuchtfisch tummelt sich in einem blauen Schwarm. Überall gibt es am Wegesrand immer wieder andere Lichtobjekte zu entdecken. So unterschiedlich die einzelnen Lichtinstallationen aber auch sind, sie haben allesamt eine ganz besondere Wirkung auf ihre Betrachter – zwischen mystisch und märchenhaft.

Auch im neunten Jahr des Lichtgartens überraschen Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif mit vielen Illuminations-Newcomern. Von Jahr zu Jahr kreieren sie neue Lichtobjekte. „Wir geben jedes Mal unser Bestes, um den Lichtgarten in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und den Besucherinnen und Besuchern Freude daran schenken“, so Reinhard Hartleif. Von der Idee bis zur Umsetzung sei es immer ein langer Weg. Immer auf der Suche nach möglichst einfachen und effektiven Werkstoffen wird auch schon mal in anderen Branchen gewildert. „Um formschöne Lichtobjekte zu gestalten, verwenden wir zum Beispiel gern Polyethylen, das sonst zum Schiffsbau dient. Aus diesem speziellen Kunststoff sind zum Beispiel die ´Spezies` und die rund zwei Meter hohen mystischen Gesichter gefertigt.  Bäume erscheinen durch den Einsatz von Projektoren und modernsten LED-Scheinwerfern immer wieder in neuem Licht. Es lohnt sich, auch mal einen Blick nach oben in die Wipfel zu werfen, wo sich das Licht stets aufs Neue bricht.“ Video-Animationen bringen als Großprojektion bewegte Bilder ins Spiel. Durch die leuchtenden und beleuchteten Exponate und das gezielte Arrangement von Licht und Schatten, Farben und Formen wird der Sauerlandpark zu einer Open-Air-Lichtkunst-Galerie.

Die aufwändigste und flächenmäßig größte Lichtinstallation ist eine Videoprojektion auf einer zehn Meter hohen Wasserfontäne. Auf das Wasserschild werden laufende Bilder projiziert; ihnen verleiht die Wasserreflektion einen dreidimensionalen Zusatzeffekt.